01 · KI-Anonymisierung
Für Kanzleien

Darf ich Mandantendaten an eine KI geben, wenn ich sie vorher anonymisiere?

Namen zu entfernen hilft, macht den Text aber nicht von selbst sicher. Es ersetzt auch keine der rechtlichen Pflichten.

02 · Begriffe

Anonymisierung oder Pseudonymisierung?

Beide Wörter fallen oft im selben Atemzug. Rechtlich meinen sie Verschiedenes.

Anonymisiert

Niemand kann die Person wieder identifizieren. Erst dann sind es keine personenbezogenen Daten mehr.

Pseudonymisiert

Die Namen sind ersetzt, aber es gibt eine Zuordnungstabelle. Solange sie existiert, bleiben es personenbezogene Daten (Art. 4 Nr. 5 DSGVO, Erwägungsgrund 26).

Jedes Werkzeug, das die Namen hinterher wieder einsetzt, pseudonymisiert nur. Die Zuordnungstabelle ist dann selbst das Geheimnis, das geschützt werden muss.
03 · Rechtlicher Rahmen

Was das Gesetz verlangt

Drei Normen gelten weiter, auch wenn vorher Namen entfernt wurden. Das Entfernen ersetzt keine dieser Pflichten.

§ 203 StGB

Die Vorschrift schützt das Geheimnis des Mandanten. Wer es unbefugt offenbart, macht sich strafbar.

§ 43e BRAO

Die Vorschrift regelt, wann Anwälte Dienstleister einbinden dürfen. Der Vertrag mit dem Dienstleister braucht die Textform.

Art. 28 DSGVO

Verarbeitet ein Anbieter personenbezogene Daten für die Kanzlei, verlangt die DSGVO einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV). Das gilt auch für den Anbieter des Sprachmodells.

Auch ohne jeden Namen können die Umstände eines Falls eine Person erkennbar machen.
04 · Grenzen

Was ein Anonymisierungswerkzeug kann und was nicht

Die automatische Erkennung hilft, aber sie hat feste Grenzen.

Die Erkennung ist lückenhaft

Automatische Erkennung übersieht ungewöhnliche Namen, Firmennamen, Aktenzeichen, Kfz-Kennzeichen und Adressen im Fließtext.

Ein Fehler ist ein Datenleck

Was übersehen wird, verlässt die Kanzlei mit dem Text. Dass nichts übersehen wurde, lässt sich nicht beweisen.

Deshalb prüft ein Mensch

Seriöse Werkzeuge schalten eine menschliche Prüfung vor, bevor der Text die Kanzlei verlässt. Sie behalten Rollen wie Kläger und Beklagte, damit der Text lesbar bleibt.

Auch Gerichte in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg veröffentlichen Urteile mit Werkzeugen, die einen Prüfschritt haben. Mitarbeitende prüfen jede Ausgabe.
05 · Klaracase

Wie Klaracase das Problem umgeht

Klaracase setzt davor an: Datenminimierung by design (Art. 5 Abs. 1 lit. c DSGVO). Die Mandantenakte muss gar nicht erst zu Klaracase gelangen.

Die Akte bleibt bei Ihnen

Mit Klara MCP, der Anbindung für Claude und vergleichbare KI-Anwendungen, liefert Klaracase öffentliche Rechtsprechung und Normen in Ihr eigenes KI-Werkzeug.

Eine Karte statt erzeugtem Text

Die Recherchekarte beantwortet eine Frage mit einer Karte aus Normen, Entscheidungen und Verweisen. Sie erzeugt keinen Text.

Modellschritte in der EU

Die eigenen Modellschritte von Klaracase laufen auf Inferenz in der EU. Empfänger, Zwecke und Speicherdauer stehen auf der Seite zu Datenschutz und Sicherheit.

Citation Check liest nur für die Prüfung

Citation Check liest einen Schriftsatz nur, um seine Fundstellen zu prüfen, und gibt pro Fundstelle ein Prüfergebnis aus.

06 · Häufige Fragen

Fragen zur Anonymisierung vor der KI-Nutzung

Recherchieren, ohne die Akte aus der Hand zu geben.